Dressurergebnis

Voll ausgebaute Steuerstaaten reklamieren jedes Jahr die Hälfte aller Wirtschaftserfolge ihrer produktiven Schichten für den Fiskus, ohne dass die Betroffenen zu der plausibelsten Reaktion darauf, dem antifiskalischen Bürgerkrieg, ihre Zuflucht nehmen. Dies ist ein politisches Dressurergebnis, das jeden Finanzminister des Absolutismus vor Neid hätte erblassen lassen.

Peter Sloterdijk, „Kleptokratie des Staates“ (Cicero 07/2009)

Veröffentlicht unter Politik | Hinterlasse einen Kommentar

Wie macht das die Schweiz?

Die Steuern sind in der Schweiz deutlich niedriger als in Deutschland. Trotzdem sind die Straßen sauber, die Bahn fährt pünktlich, und dass Massen von Obdachlosen an Suppenküchen anstehen würden, ist mir bisher auch nicht aufgefallen. Während so manche deutsche Grundschule nicht mehr weiß, mit welchem Geld sie ihr Dach reparieren soll, sind die Schweizer Schulen bestens ausgestattet und die Universitäten genießen einen ausgezeichneten Ruf. Mit mehr als 20% ist der Ausländeranteil in der Schweiz doppelt so hoch wie in Deutschland, die allermeisten von ihnen sind bestens in den Arbeitsmarkt integriert ohne Heerscharen von Sozial- und Migrationshelfern zu beschäftigen.

Und obwohl der deutsche Finanzminister mit Dieben gemeinsame Sache macht, sind die Kassen chronisch klamm. Gleichzeitig erwirtschaftet sein Schweizer Kollege trotz der Rezession Milliardenüberschüsse.
Vielleicht sollte man der Schweiz statt Bankdaten ihre Politiker klauen.

Es sei ein hocherfreulicher Tag für das Finanzdepartement, erklärte Finanzminister Hans-Rudolf Merz vor den Medien in Bern. Er präsentierte bei Einnahmen von 60,9 Milliarden und Ausgaben von 58,2 Milliarden einen Überschuss im ordentlichen Finanzierungsergebnis 2009 von 2,7 Milliarden Franken. Das Budget hatte noch ein Plus von rund 950 Millionen Franken vorgesehen. Unter Berücksichtigung ausserordentlicher Einnahmen, unter denen ein Grossteil der 7,2 Milliarden aus dem Verkauf der UBS-Pflichtwandelanleihe verbucht wurde, resultierte sogar ein Überschuss von 9,7 Milliarden Franken. Dank dieses Überschusses sowie weiteren Bilanzveränderungen wurden die Bruttoschulden des Bundes um elf auf noch 111 Milliarden Franken abgebaut.
NZZ Online

Veröffentlicht unter News, Politik | Hinterlasse einen Kommentar

Freiwillig entmündigt

Im Kern geht es also um die Frage, ob wir uns wirklich als halbdebile Insassen einer Wohlfahrtsanstalt verstehen wollen, deren von uns bezahlte Wärter dafür sorgen, dass wir nicht etwa die falschen energieintensiven Glühbirnen, die falschen unökologischen Duschköpfe und nun auch noch die falschen Kredite verwenden.  …
Das wirklich bedenkliche daran ist, dass die große Masse der mangels finanzieller Masse Vollentmündigten ihrer Entmündigung meist auch noch begeistert applaudiert.

Christian Ortner, Ortner Online

Veröffentlicht unter Politik | Hinterlasse einen Kommentar